Candidplatz: Sechzger-Fans dürfen nicht vergessen werden!

Erst klären, dann bauen. Wir, die Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt, stellen Bedingungen für eine Bebauung des Candidplatzes: Bevor der Stadtrat dazu einen Beschluss fasst, müssen grundlegende Fragen besprochen und Nutzungskonflikte geklärt werden. Das betrifft insbesondere den Fantreff der Sechzger und einen möglichen Ausbau des Grünwalder Stadions. Deswegen haben wir im Planungsausschuss eine Vertagung beantragt.

Am Candidplatz sollen neue Wohnungen entstehen. Dazu sollte der Planungsausschuss des Stadtrats am Mittwoch den Startschuss geben. Für uns ist klar: Eine städtische Fläche, die bereits versiegelt und direkt an die U-Bahn angeschlossen ist, eignet sich grundsätzlich gut für den Wohnungsbau. Am Candidplatz kann sich die Fraktion eine Kombination aus Azubi- und Studierendenwohnen vorstellen. Doch bevor der Stadtrat das auf den Weg bringen kann, müssen noch viele Fragen geklärt werden. Der Platz wird schon jetzt rege genutzt: Als Bolzplatz, Treffpunkt für Jugendliche – und nicht zuletzt als Fantreff, wenn im Grünwalder Stadion die Löwen spielen.

Gerade arbeitet der TSV an einer Machbarkeitsstudie, wie die Spielstätte auf 25.000 Plätze erweitert werden könnte. Selbst bei einem Ausbau auf 18.000 kann man davon ausgehen, dass noch mehr Menschen als jetzt den Fantreff nutzen werden. Alternative Standorte haben sich in der Vergangenheit als schwierig erwiesen. Außerdem müssen auch mit einem Wohnungsneubau Sport- und Spielflächen für Kinder und Jugendliche am Platz erhalten bleiben.

Bevor die Pläne für den Candidplatz auf den Weg gebracht werden, muss darüber mit den verschiedenen Nutzer*innengruppen – vor allem den Vertreter*innen der Sechzgerfans – gesprochen werden. Auf grüne Initiative hin wurde der Beschluss an diesem Mittwoch vertagt.

Ebenfalls öffentlich kontrovers diskutiert wird das private Bauvorhaben direkt gegenüber: das sogenannte Candidtor. Das von den Investoren bisher geplante Gebäude lehnen die Grünen ab. Stattdessen sollen nun in einem Workshop Varianten erarbeitet werden, die sich in Höhe und Volumen besser ins Stadtviertel einfügen.

Außerdem muss das Candidtor den Menschen im Viertel einen Mehrwert bieten: So soll es Platz für kulturelle Nutzungen im Erdgeschoss und zum Teil auch im ersten Stock geben, mit Mieten, die sich Kulturschaffende auch leisten können. Zudem muss der angedachte öffentlich zugängliche Gemeinschafts-Dachgarten mit Kiosk weiterverfolgt werden. Der Investor hat diese Planungen bereits zugesichert, sie sollten aber vertraglich verankert werden.

Dazu sage ich:

Gerade erst ist in die Stadionfrage neuer Schwung gekommen. Deswegen sollten wir das Bauprojekt am Candidplatz jetzt nicht übers Knie brechen. Am Ende gefährden wir dadurch sogar noch den Ausbau des Grünwalder Stadions – und das ohne Not! Es ist gut, dass wir nun erst einmal durchschnaufen, die offenen Fragen klären und dann schauen, wie wir am Candidplatz ein gutes Projekt hinbekommen, das günstigen Wohnraum ermöglicht, aber die Sechzger-Fans nicht im Regen stehen lässt.

Paul Bickelbacher, planungspolitischer Sprecher Die Grünen/Rosa Liste/Volt, äußert sich so:

Der Dialog mit den Anwohner*innen und dem Bezirksausschuss über das so genannte Candidtor läuft nun schon seit mehreren Jahren. Es ist schade, dass die Investoren bisher keine Varianten vorgelegt haben, die die Rückmeldung aus Bevölkerung und BA berücksichtigt. Wir haben mit unserem Änderungsantrag durchgesetzt, dass es diese Alternativen geben wird. Wichtig ist auch, dass hier nicht nur Büros entstehen, sondern die Menschen im Viertel ebenfalls profitieren. Etwa durch Azubiwohnen, einen Gemeinschaftsgarten auf dem Dach oder, weil Kulturschaffende dort bezahlbare Räume finden.